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Montag, 2. November 2026

Ratgeber · Erscht rechne, dann schaffe

Handwerker beauftragen: Was ein Kostenvoranschlag taugt

Bevor das Bad raus oder die Fassade neu gestrichen wird, wollen Sie wissen, was es kostet. Der Kostenvoranschlag soll das klären. Er klärt aber weniger, als viele denken.

Im Alltag werden die Wörter Kostenvoranschlag, Angebot und Festpreis oft durcheinandergeworfen. Juristisch sind es verschiedene Dinge. Wer den Unterschied kennt, erlebt am Ende seltener eine Überraschung auf der Rechnung.

Kostenvoranschlag, Angebot, Festpreis

Kostenvoranschlag
Eine fachliche Schätzung der Kosten. Der Handwerker sagt: So viel wird es voraussichtlich. Er ist daran aber nicht auf den Euro gebunden.
Angebot
Oft mit einzelnen Positionen und Preisen. Wird es angenommen, entsteht ein Vertrag zu diesen Bedingungen. Bei Abrechnung nach Aufwand können Mengen dennoch abweichen.
Festpreis
Ein ausdrücklich vereinbarter Endpreis. Mehr darf dann nur verlangt werden, wenn Sie zusätzliche Leistungen beauftragen.

Wie weit darf der Preis abweichen?

Ein Kostenvoranschlag ist nicht verbindlich, aber auch nicht beliebig. Merkt der Handwerker während der Arbeit, dass es deutlich teurer wird, muss er Sie informieren. Sie können dann entscheiden, ob Sie weitermachen oder den Vertrag kündigen. Eine feste Prozentgrenze steht nicht im Gesetz. In der Rechtsprechung werden häufig Überschreitungen in einer Größenordnung von etwa 15 bis 20 Prozent noch als hinnehmbar angesehen, es kommt aber auf den Einzelfall an.

Wer mehr Sicherheit will, vereinbart einen Festpreis oder lässt in den Vertrag schreiben, dass der Kostenvoranschlag verbindlich ist. Das kostet manchmal etwas mehr, weil der Betrieb das Risiko trägt. Dafür wissen Sie, woran Sie sind.

Wann ein Kostenvoranschlag Geld kosten darf

Ja, wenn das vorher vereinbart wurde. Ohne diese Vereinbarung ist ein Kostenvoranschlag im Zweifel kostenlos. Viele Betriebe verrechnen die Kosten mit dem späteren Auftrag. Gerade bei aufwendigen Untersuchungen, etwa einer Kamerafahrt durch die Abwasserleitung oder einer Fehlersuche am Auto, ist eine Gebühr nachvollziehbar. Fragen Sie vorher.

So holen Sie gute Kostenvoranschläge ein

  1. Beschreiben Sie genau, was Sie wollen

    „Bad neu“ reicht nicht. Welche Fliesen, welche Armaturen, Dusche oder Wanne? Je genauer die Beschreibung, desto vergleichbarer die Preise.

  2. Lassen Sie den Betrieb vorbeikommen

    Ein seriöser Kostenvoranschlag entsteht nach einer Besichtigung, nicht am Telefon.

  3. Holen Sie zwei bis drei Angebote ein

    Vergleichen Sie Position für Position. Fehlt bei einem Angebot das Gerüst oder die Entsorgung, ist es nicht günstiger, sondern unvollständig.

  4. Fragen Sie nach

    Was ist nicht enthalten? Wo könnte es teurer werden? Gute Handwerker sagen das von selbst.

Zur Wahrheit gehört auch

Viele Betriebe in der Region haben volle Auftragsbücher. Wer für eine kleine Reparatur drei Kostenvoranschläge einholen will, wartet unter Umständen lange und bekommt manchmal gar keine Antwort. Das ist ärgerlich, aber verständlich: Ein Kostenvoranschlag kostet den Betrieb Zeit. Bei kleinen Aufträgen reicht oft ein Betrieb, dem Sie vertrauen, und eine klare Absprache zu Stundensatz und Material.

Betriebe mit dem Siegel „Geprüft von OWACHT“ müssen ihre Preise transparent machen. Das heißt nicht, dass sie die günstigsten sind. Es heißt, dass Sie vorher wissen, worauf Sie sich einlassen. Unsere geprüften Handwerker finden Sie unter Betriebe.