Do legschd di nidder
Monnemer Redewendungen
50 Sprüche und Wendungen aus Mannheim und der Kurpfalz. Mit Übersetzung und dem Hinweis, wann man sie sagt und wann man es besser lässt.
Manche Wendungen sind reine Kurpfalz, andere kennt man im ganzen Südwesten und hört sie hier eben mit Mannheimer Klang. Beides gehört dazu. Wörter, die als derb markiert sind, sagt man unter Freunden, nicht beim ersten Termin mit der Bank.
| Redewendung | Übersetzung | Gebrauch |
|---|---|---|
| Alla hopp! | Also los! | Zum Aufbrechen, Anfangen oder Verabschieden |
| Alla gut. | Na gut. | Wenn man zustimmt, ohne begeistert zu sein |
| Alla dann! | Na dann, tschüss! | Zum Abschied, oft mit einem Schulterzucken |
| Ei jo! | Ja, natürlich! | Bekräftigt eine Zustimmung |
| Owacht gewwe! | Aufpassen! | Warnung, auch als freundliche Mahnung |
| Des basst. | Das passt, ist in Ordnung. | Höchstes Lob, das ein Kurpfälzer ohne Not vergibt |
| Hiwwe wie driwwe. | Diesseits wie jenseits (des Rheins). | Wenn etwas in Mannheim und Ludwigshafen gleich ist |
| Des is mer worscht. | Das ist mir egal. | Gleichgültigkeit, durchaus freundlich gemeint |
| Do legschd di nidder! | Da legst du dich hin! | Ausruf großen Staunens |
| Do werd de Hund in de Pann verrickt! | Da wird der Hund in der Pfanne verrückt! | Wenn etwas kaum zu glauben ist |
| Isch glaab, mei Schwein peift. | Ich glaube, mein Schwein pfeift. | Ungläubiges Staunen |
| Geh fort! | Ach was! Wirklich? | Ungläubige Antwort auf eine Neuigkeit, nicht als Rauswurf gemeint |
| Mach kää Fisemadende! | Mach keine Umstände! | Wenn jemand herumdruckst oder Ausreden sucht |
| Mach kää Zores! | Mach keinen Ärger! | Mahnung zum Frieden |
| Mach dabber! | Beeil dich! | Antreiben, ohne unfreundlich zu sein |
| Dummel dich! | Beeil dich! | Dasselbe, gern mit Blick auf die Uhr |
| Es bressiert. | Es eilt. | Wenn wirklich keine Zeit ist |
| Wie geht's? Muss jo. | Wie geht's? Muss ja. | Standardantwort: Es geht, ohne zu klagen |
| Jetzt awwer! | Jetzt aber! | Empörung oder Aufbruch, je nach Ton |
| Gell, do guckschd! | Na, da staunst du! | Wenn man jemanden überrascht hat |
| Do bischd platt. | Da bist du sprachlos. | Staunen über etwas Unerwartetes |
| E Schoppe petze | Einen Schoppen trinken | Gemütlich ein Glas Wein trinken |
| Zum Wohl, die Palz! | Zum Wohl, die Pfalz! | Trinkspruch beim Wein |
| Sich ned lumbe losse | Sich nicht lumpen lassen | Großzügig sein, eine Runde ausgeben |
| Schmeer stehe | Wache stehen | Aufpassen, während andere etwas anstellen |
| E groß Gosch hawwe | Ein großes Mundwerk haben | Über jemanden, der viel und laut redet |
| Die Gosch halte | Den Mund halten | Derb; unter Freunden, nicht beim Chef |
| Iwwerzwerch sei | Quer drauf sein | Schlechte Laune haben |
| Eigschnabbt sei | Eingeschnappt sein | Beleidigt sein |
| Uffgschmisse sei | Aufgeschmissen sein | Hilflos sein, nicht weiterwissen |
| Verzähl kää Zeug! | Erzähl keinen Unsinn! | Wenn jemand flunkert |
| Do kannschd nix mache. | Da kannst du nichts machen. | Gelassene Ergebung ins Schicksal |
| Nix wie hääm! | Nichts wie heim! | Nach einem langen Tag oder bei Regen |
| Do geht's zu wie uff de Kerwe. | Da geht es zu wie auf dem Kirchweihfest. | Viel Trubel, viele Leute |
| Mer losse die Kärch im Dorf. | Wir lassen die Kirche im Dorf. | Nicht übertreiben |
| Des is fer die Katz. | Das ist umsonst. | Vergebliche Mühe |
| Was mer ned im Kopp hot, muss mer in de Bää hawwe. | Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben. | Wenn man etwas vergessen hat und zurücklaufen muss |
| Do beißt die Maus kää Fade ab. | Da beißt die Maus keinen Faden ab. | Daran ist nichts zu ändern |
| Des geht uff kää Kuhhaut. | Das geht auf keine Kuhhaut. | Das ist unerhört |
| Mer werd jo noch froge derfe. | Man wird ja noch fragen dürfen. | Wenn eine Frage schlecht ankommt |
| Der hot Hummle im Hinnere. | Der hat Hummeln im Hintern. | Über jemanden, der nicht still sitzen kann |
| Uff die ma sich verlasse kann | Auf die man sich verlassen kann | Lob für Menschen und Betriebe, die halten, was sie sagen |
| Ebbes Neies | Etwas Neues | Neuigkeit, oft als Frage: Gibt's ebbes Neies? |
| Hol's de Deiwel! | Hol's der Teufel! | Fluch bei Ärger, eher harmlos |
| Jesses Maria! | Jesus Maria! | Schreck oder Überraschung |
| Dunnerkeil! | Donnerwetter! | Anerkennendes Staunen |
| Do hoschd de Salat. | Da hast du den Salat. | Jetzt ist es passiert, wie vorhergesagt |
| Wer's glaabt, werd selisch. | Wer's glaubt, wird selig. | Zweifel an einer Geschichte |
| Net gschimpft is gelobt genug. | Nicht geschimpft ist genug gelobt. | Wie Lob in der Region oft klingt: ausbleibende Kritik |
| Bei dem is Hobbe un Malz verlore. | Bei dem ist Hopfen und Malz verloren. | Da hilft nichts mehr |
Drei, die immer gehen
Abschied
Alla dann!
Passt an der Haustür, am Telefon und am Ende einer Sitzung, die zu lang war.
Lob
Des basst.
Mehr Lob wird selten ausgesprochen. Wer es hört, hat gute Arbeit geleistet.
Staunen
Geh fort!
Heißt nicht, dass Sie gehen sollen. Es heißt: Das glaube ich jetzt nicht.
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